Mittwoch, 11. Februar 2015

Podiumsdiskussion zur OGS

Der Stadtverband Bonn der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lädt am Montag, den 9. März 2015, um 18 Uhr zu einer Podiumsdiskussion im Großen Saal des Bonner DGB-Hauses, Endenicher Str. 127 ein. Zum Thema 

Offene Ganztagsschule - Erhalt und Weiterentwicklung des Bonner Modells
 
diskutieren aus Sicht
  • der Träger: Ulrich Hamacher (Geschäftsführer Diakonisches Werk Bonn),
  • der Einrichtungen/ Beschäftigten: Andrea Steuernagel (Jugendfarm Bonn e.V., GEW),
  • der Grundschulen: Sibylle Clement (Schulleiterin Jahnschule, Vorsitzende ÖPR GS, GEW),
  • der Eltern: Markus Gockel (OGS „BuschPänz“, Grundschule Buschdorf)

Im Zuge der Haushaltsdebatte in Bonn ist erneut der so genannte freiwillige kommunale Zusatzbeitrag auf die Streichliste gekommen. Konkret hatte die Verwaltung vorgeschlagen, diesen Zusatzbeitrag von 460 Euro auf 350 Euro pro Kind pro Schuljahr zu reduzieren. Argumentiert wurde wie schon 2011 damit, dass der für die Kommunen verpflichtende Beitrag laut Erlass 410 Euro betrage, die Stadt Bonn insgesamt mit 1.180 Euro (720 Euro Elternbeitrag + 460 Euro kommunaler Zusatzbeitrag) viel mehr als gefordert zahle und angesichts der Haushaltslage diese „Luxusförderung“ jetzt nicht mehr möglich sei. Diese Kürzungsvorschläge sind zwar so weit „vom Tisch“, so die klare Aussage der Koalition, das Bonner Modell des Offenen Ganztags ist dennoch alles andere als gesichert.
 
Durch den über 10 Jahre gleich gebliebenen kommunalen Zuschuss, beträgt das Finanzierungsleck mittlerweile 317 Euro pro Kind pro Schuljahr. Die Träger können diese Unterfinanzierung nicht länger mit eigenen Mitteln kompensieren. Statt den Offenen Ganztag als Jugendhilfeangebot an der Schule qualitativ weiterzuentwickeln und damit in Bildung zu investieren, zwingt die Sparpolitik die Träger ihr Angebot zu reduzieren. Ein Reduzierung des Angebotes bedeutet, das Angebot nicht weiter am Bedarf ausrichten zu können, die Wirksamkeit des Angebotes in den Sozialraum hinein einzuschränken und den Arbeitsplatz Ganztag für Erzieher/innen und Sozialpädagogen gänzlich unattraktiv zu machen.
 
Die Stadt Bonn hat 2003 mit dem Bonner Modell, das ursprünglich auf einer Finanzierung von 2.000 Euro pro Kind basierte, ein Erfolgsmodell auf den Weg gebracht. Dieses gilt es nicht zu kürzen, sondern als fester Bestandteil in der Bildungslandschaft zu sichern und langfristig weiterzuentwickeln. Die perspektivische Weiterentwicklung sollte neben Fragen der finanziellen Nachhaltigkeit auch pädagogische Aspekte, wie einen engeren pädagogischen Zusammenhang zwischen Vor- und Nachmittag sowie Möglichkeiten der Rhythmisierung , mit einschließen.
 
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen